Die Peak Season stellt E-Commerce-Marken jedes Jahr vor die gleiche Herausforderung: Die Nachfrage steigt schnell, und das meist auf mehreren Vertriebskanälen.
63 % der Händler verkaufen bereits über drei oder mehr Plattformen. Gleichzeitig verkaufen 64 % der E-Commerce-Händler international. Je mehr Kanäle und Märkte hinzukommen, desto wichtiger wird eine zentrale Sicht auf Bestände und Aufträge.
Online-Shop, Marktplätze, Einzelhandels- und B2B-Kunden greifen dabei auf dieselben Produkte zu. Gleichzeitig können sich die Nachfrage und das Bestellvolumen von Region zu Region deutlich unterscheiden.
Hier zeigt sich der Vorteil eines effektiven Omnichannel-Fulfillments: Statt Bestände, Aufträge und Fulfillment-Prozesse getrennt zu verwalten, können Unternehmen ihre Vertriebskanäle über eine zentrale Infrastruktur steuern und ihren Bestand dort einsetzen, wo er gerade gebraucht wird.
Während des normalen Geschäftsbetriebs lassen sich getrennte Prozesse und Lagerbestände häufig noch relativ einfach verwalten. Wenn das Bestellvolumen innerhalb weniger Tage stark ansteigt, führt diese Struktur schnell zu Problemen.
Ein Produkt kann beispielsweise gleichzeitig über den eigenen Onlineshop, Amazon und Einzelhandelspartner nachgefragt werden. Wenn jeder Kanal mit eigenen Beständen arbeitet, kann es passieren, dass an einem Standort Ware verfügbar ist, während ein anderer Kanal das Produkt bereits als „ausverkauft“ markiert.
Das führt zu Bestandsengpässen, obwohl die Ware eigentlich vorhanden ist.
Eine Omnichannel-E-Commerce-Strategie setzt deshalb auf eine zentrale Bestandsübersicht, und Aufträge aus unterschiedlichen Kanälen können auf Basis der tatsächlichen Verfügbarkeit gesteuert werden.
Das schafft mehr Flexibilität, wenn sich die Nachfrage während der Peak Season kurzfristig verändert.
Statt separate Mengen für DTC, Amazon und den Einzelhandel vorzuhalten, kann ein zentraler Bestand als gemeinsame Grundlage dienen. Dabei lassen sich weiterhin Sicherheitsbestände oder bestimmte Mengen für einzelne Kanäle definieren, während alle Kanäle auf dieselbe aktuelle Bestandsinformation zugreifen.
Das hilft beispielsweise dabei:
Für Unternehmen mit hohem Bestellvolumen bedeutet das vor allem mehr Kontrolle, wenn sich die Nachfrage schneller ändert als geplant.
International tätige Unternehmen stehen vor einer weiteren Herausforderung: Die Nachfrage entwickelt sich nicht in allen Märkten gleichzeitig.
Während die Bestellungen in Deutschland nach einem Aktionszeitraum bereits zurückgehen, kann das Volumen in einem anderen europäischen Markt noch steigen. Wenn Bestände und Fulfillment vollständig voneinander getrennt organisiert sind, lässt sich darauf nur schwer reagieren.
Eine moderne Omnichannel-Fulfillment-Strategie kann dagegen mehrere Lagerstandorte und Regionen miteinander verbinden.
Dabei geht es nicht darum, sämtliche Ware physisch an einem einzigen Ort zu lagern. Entscheidend ist, dass die Bestände über die verschiedenen Standorte hinweg zentral sichtbar und steuerbar sind.
Das ermöglicht es Marken, ihre Lagerstrategie an der tatsächlichen Nachfrage auszurichten und Ware näher am jeweiligen Kunden zu platzieren.
Gerade während der Peak Season kann das helfen, Lieferwege zu verkürzen und vorhandene Bestände effizienter einzusetzen.
Übrigens: 70 % der Online-Shopper kaufen mittlerweile international und mehr als 3 von 10 Bestellungen werden international verschickt. Nachfrage entsteht zunehmend über Ländergrenzen hinweg – und Fulfillment muss entsprechend flexibel auf mehrere Märkte und Regionen reagieren können.
Eine erfolgreiche Omnichannel-E-Commerce-Strategie bedeutet nicht, dass jeder Auftrag nach denselben Regeln abgewickelt werden muss.
Ein DTC-Auftrag aus dem Onlineshop hat andere Anforderungen als eine größere B2B-Bestellung. Auch Marktplätze können eigene Anforderungen an Verpackung, Versand und Lieferzeiten stellen.
Diese Prozesse dürfen unterschiedlich sein, nur die Datenbasis sollte es nicht sein.
Eine zentrale Fulfillment-Plattform kann beispielsweise unterschiedliche Workflows für verschiedene Kanäle abbilden und gleichzeitig dafür sorgen, dass Bestände, Aufträge und Versandinformationen zusammenlaufen.
So können Unternehmen ihre Prozesse an den jeweiligen Kanal anpassen, ohne dafür separate Systeme und isolierte Bestandsinformationen aufzubauen.
Entscheidend ist, ob eine Omnichannel-Fulfillment-Software die operativen Prozesse tatsächlich einfacher und transparenter macht.
Für die Peak Season sind insbesondere diese Funktionen relevant:
Bestände sollten über alle relevanten Vertriebskanäle und Lagerstandorte hinweg aktuell sichtbar sein.
Wenn ein Produkt verkauft, umgelagert oder retourniert wird, sollte sich diese Information möglichst schnell in der verfügbaren Bestandsmenge widerspiegeln.
Bestellungen sollten nicht manuell geprüft und an den richtigen Standort weitergeleitet werden müssen.
Automatisierte Regeln können beispielsweise berücksichtigen, welcher Lagerstandort über Bestand verfügt, welcher Standort näher am Kunden liegt oder welche Versandoption für den Auftrag vorgesehen ist.
Eine zentrale Plattform sollte Onlineshop, Marktplätze, B2B-Aufträge und weitere Verkaufskanäle miteinander verbinden können.
So müssen Teams nicht zwischen verschiedenen Systemen wechseln, um den aktuellen Status von Beständen und Aufträgen zu prüfen.
Wenn eine Marke international verkauft, reicht eine Übersicht über das zentrale Lager nicht mehr aus.
Teams benötigen einen aktuellen Überblick darüber, wo sich Bestände befinden, welche Mengen verfügbar sind und von welchem Standort Aufträge sinnvoll abgewickelt werden können.
Während der Peak Season steigt nicht nur die Anzahl der Bestellungen, auch die Zahl der manuellen Aufgaben nimmt schnell zu.
Automatisierte Workflows können dabei helfen, wiederkehrende Prozesse zu reduzieren und gleichzeitig Fehler zu minimieren.
Ein weiterer Vorteil von Omnichannel-Fulfillment zeigt sich dann, wenn die Nachfrage anders ausfällt als prognostiziert.
Nehmen wir an, ein Produkt wird während der Black Week unerwarteterweise besonders stark über den eigenen Onlineshop verkauft. Gleichzeitig bleiben die Bestände für Amazon oder einen anderen Vertriebskanal relativ stabil.
Bei getrennten Beständen kann der Bestand des Onlineshops schnell knapp werden, während an anderer Stelle noch Ware verfügbar ist.
Mit einer zentralen Bestandsverwaltung lässt sich schneller erkennen, wo Bestände vorhanden sind und wie sie eingesetzt werden können.
Das bedeutet nicht, dass jede verfügbare Einheit automatisch jedem Kanal zur Verfügung stehen muss. Unternehmen können auch weiterhin Prioritäten definieren.
Nach Black Friday, Cyber Monday und dem Weihnachtsgeschäft endet die Peak Season nicht automatisch.
Mit steigenden Bestellzahlen steigt meist auch das Retourenvolumen. Für Omnichannel-Marken kommt hinzu, dass Kunden verschiedene Kanäle miteinander kombinieren.
Ein Kunde kann beispielsweise online bestellen und die Ware anschließend im Geschäft zurückgeben.
Damit solche Prozesse funktionieren, müssen Retouren, Bestände und Rückerstattungen miteinander verbunden sein.
Eine zentral gesteuerte Retourenabwicklung kann dabei helfen, zurückgesendete Ware schneller wieder als verfügbaren Bestand zu erfassen und unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Auch hier gilt: Je besser die Systeme miteinander verbunden sind, desto einfacher lässt sich der gesamte Prozess überblicken.
Eine Omnichannel-Strategie sollte nicht erst dann entwickelt werden, wenn die Bestellungen bereits steigen. Die wichtigsten Prozesse sollten bereits vor Beginn der Peak Season getestet und abgestimmt sein.
Prüfen Sie deshalb frühzeitig:
Je früher diese Fragen geklärt sind, desto weniger muss während der Peak Season manuell nachgesteuert werden.
Die Peak Season lässt sich nicht vollständig planen. Die Nachfrage kann sich verändern, Marketingkampagnen können besser funktionieren als erwartet und einzelne Märkte können sich anders entwickeln als prognostiziert.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Lager- und Personalkapazität zur Verfügung steht, sondern auch, wie flexibel diese Kapazitäten eingesetzt werden können.
Ein effektives Omnichannel-Fulfillment schafft dafür die notwendige Grundlage: eine zentrale Sicht auf Bestände, Aufträge und Vertriebskanäle über mehrere Lagerstandorte und Regionen hinweg.
So können Marken ihre Bestände dort einsetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden, unterschiedliche Vertriebskanäle aus einer gemeinsamen Infrastruktur bedienen und auch bei hoher Nachfrage den Überblick behalten.